Zitat

"Wichtig ist, dass man nicht aufhört zu fragen."

Albert Einstein

Kooperatives Lernen

Kooperatives Lernen bedeutet, dass sich Schülerinnen und Schüler gegenseitig bei der Arbeit unterstützen und gemeinsam zu Ergebnissen gelangen. Dies geschieht in Partner- oder Gruppenarbeit. Zentral für das Kooperative Lernen ist, dass jeder sowohl für das Lernen der Gruppe als auch sein eigenes verantwortlich ist. Zum einen gibt es die Verantwortung der gesamten Gruppe für die Erreichung ihrer Gruppenziele und zum anderen die individuelle Verantwortung jedes Gruppenmitglieds, seinen Anteil an der Arbeit zu leisten.

Beim kooperativen Lernen gibt es eine Struktur, die hochwirksam ist und aus drei Schritten besteht:

Der erste Schritt ist die Einzelarbeit. Ganz gleich, welche Aufgabe man wählt, am Anfang steht die Einzelarbeit (Think). Die Schülerinnen und Schüler verbinden ihr Vorwissen mit dem neuen Wissen und können so ihre eigenen Wissenskonstruktionen ausbauen (Konstruktion). Der zweite Schritt ist die Kooperation, die sich immer an die Einzelarbeit anschließt. Erst jetzt arbeiten die Schülerinnen und Schüler also in Partnerarbeit oder in Kleingruppen (Pair). Die Schülerinnen und Schüler tauschen sich mit Partnern aus. Es werden Ergänzungen, Veränderungen und Korrekturen vorgenommen (Ko-Konstruktion). Der dritte Schritt ist das Vorstellen der Ergebnisse vor den anderen Gruppen (Share). Die Ergebnisse werden erläutert, diskutiert und überprüft. Dieser Dreierschritt, „Denken – Austauschen – Vorstellen" ist das Herz des Kooperativen Lernens. (nach L. Brüning, T. Saum)

In vielen Studien wurde gezeigt, dass das kooperative Lernen zu deutlich besseren Lernergebnissen führt, dass die Schülerinnen und Schüler bessere soziale Beziehungen entwickeln, die wechselseitige Akzeptanz steigt und sich das Klassenklima verbessert. Außerdem wird das Selbstwertgefühl in höherem Maße als bei herkömmlichem Klassenunterricht gefördert.

Umsetzung

Im Schuljahr 2012/13 hat sich das Kollegium mit vielen Methoden des kooperativen Lernens beschäftigt und ein Methodenhaus für die Grundschule erarbeitet, in dem drei Trainingsbausteine beschrieben werden. Die drei Bausteine sind das Methodentraining, das Kommunikations- und Teamentwicklungstraining. Die Lehrkräfte haben sich mit den einzelnen Teilzielen auseinandergesetzt und werden die Bausteine in den kommenden Jahren einsetzten und erproben. Daraus soll ein verbindliches Methodencurriculum für die Johann-Peter-Hebelschule entstehen. Neben dem individuellen Lernen soll gleichwertig das kooperative Lernen stehen.

Auf dem Weg zum individualisierten Lernen

Individualisiertes Lernen bedeutet für uns, den Kindern zu ermöglichen, sich mit selbst gewählten Inhalten im eigenen Lerntempo und in einem angemessenen Schwierigkeitsgrad auseinandersetzen zu können.

Wenn wir von Lernen sprechen, meinen wir Dazulernen. Nicht das Aufsagen, das Wiederholen und Abrufen von Inhalten, die zuvor auswendig gelernt wurden streben wir an, sondern fassen Lernen im Sinne von Kompetenzerwerb auf: Die Kinder sollen die Fähigkeiten erwerben, wie sie Inhalte selbständig erlernen können und wie sie über geeignete Methoden der Auseinandersetzung die Bedeutung der neuen Inhalte erfassen. Sie sollen auch Methoden erlernen, wie das Gelernte anderen erklärt und präsentiert werden kann.

Damit LehrerInnen wissen, wo die Kinder stehen und die Kinder sich selbst orientieren können, haben wir den Grundschul-Bildungsplan für Baden-Württemberg in den Fächern Deutsch und Mathematik in ein Kompetenzraster übersetzt.

Die Leitideen des Bildungsplanes sind in acht Kompetenzstufen dargestellt. Jede Kompetenzstufe ist auf drei Lernniveaus beschrieben, wo immer dies möglich war: Durchführen, Verstehen und Bewerten (oder als Wissensformen: Routinebildung, Erkenntnis und Transferwissen).

Ein Kompetenzraster erlaubt es, das Kind da abzuholen, wo es steht, Rücksicht auf sein Vorwissen zu nehmen und es bei seinen nächsten Schritten zu beraten. Auch individuelle Interessen des Kindes können besser berücksichtig werden. Das Kompetenzraster ist auf vier Lernjahre verteilt und der Unterricht orientiert sich an den dort aufgeführten Kompetenzen. Die abgebildete Schwarzweißversion dient uns auch als Protokoll des individuellen Lernstandes der Schüler und Schülerinnen.